Leseprobe Ausgabe 7 - "Seitenhaupt"

Seitenhaupt


Einleitung

Die Anlage des Menschen zur Ökonomie kommt am Seitenhaupt zum Ausdruck.

Definiert wird Ökonomie laut Wörterbuch als "sparsame Lebenshaltung" und so wird in manchen Büchern die Aussage des Seitenhauptes mit "Wirtschaftsleben" übersetzt.
Eine sparsame Lebenshaltung kann aber nicht ökonomisch sein, wenn unter mangelnder Qualität die Funktionen z.B. des Körpers leiden. Wenn der Körper mit guter Qualität besser arbeitet, ist dies ökonomischer als schlechte Qualität, die aber billiger ist.
Auch ist die Vorbereitung auf Eventualitäten ökonomischer für die Erhaltung des Lebens, als unvorbereitet zu Grunde zu gehen.

Die Ansammlung von Vorräten ist damit ökonomisch, auch wenn sie eventuell nicht gebraucht werden.
Man denke an die rastlose Hast eines Eichhörnchens Nahrung zu verstecken, die es nur in geringer Menge wieder findet, wenn überhaupt. Man könnte denken, dass der Aufwand unökonomisch ist. Sogar bei der Suche nach einem Ort für Rituale und Religion, sind ökonomische Aspekte verbunden. Carl Huter hat es mit "ökonomischem Gleichgewicht" formuliert.

Erst die Relation zwischen dem geleisteten Aufwand in Bezug auf das zu erreichende Ergebnis, lässt eine ökonomische Bewertung zu. Man kann sagen; dieses Handeln ist ökonomischer als ein anderes Handeln.

Ebenso ist die Perspektive, aus der man einen Prozess betrachtet, entscheidend für eine ökonomische Einschätzung.
So kann man z.B. sagen, dass die Natur ökonomisch ist, da nichts, weder Energie noch Stoff, verloren geht und immer von einer anderen Gattung als Lebensgrundlage genutzt werden kann. Der Mensch als Spezies, ist aber als Teil der Natur, unverhältnismäßig unökonomisch. Er verbraucht seine Ressourcen auf Kosten aller anderen Lebewesen, betreibt einen Aufwand alleine mit Nahrungsmitteltransporten, dass man nur mit dem Kopf schüttelt und hat die Fettleibigkeit zur Zivilisationskrankheit erklärt, während jede Minute viele Menschen verhungern. Nur ein Beispiel.

Vielleicht kann man sagen, dass die evolutionäre Anpassungsfähigkeit des Lebens ökonomisch ist? In den Jahrtausenden der evolutionären Entwicklung forderte die Umwelt eine ökonomische Anlage, damit die Energie zur Lebenserhaltung nicht in einem Maße verbraucht wird, welches die Reproduktion und Lebenserhaltung gefährdet.
Auch das Sehnen nach einem besseren, schöneren, leichteren Leben, verbindet sich mit der Evolution und den Umweltanforderungen, die den Menschen zur Entwicklung und Anpassung und Anstrengung bestimmter Fähigkeiten aufgefordert hat.

Aus einem wenig strukturierten Drängen, wird instinktives Sehnen, erwacht Wünschen und ein Bedürfnis, welches Wille und Umsetzung initiieren. Das Erreichen und die Erfahrung etwas bewirken zu können, macht eine Energiesteigerung, die mit Attraktionskraft auf sich aufmerksam macht, woraus sich wiederum eine Evolutionsmöglichkeit ergibt.

Die intellektuelle Klärung und Einlassung auf die ökonomischen Interessen des Menschen finden, wie an der Stirn die sieben Denkebenen, auch am Seitenhaupt in sieben Regionen ihre Entsprechung. Neben dem Seitenhaupt finden wir weitere Korrespondenzen für Ökonomie.

Alle materiellen Bestrebungen sind bewirkt und begleitet von Bio-Chemie und Bio-Physik. Diese Stoffwechselprozesse haben Ausdruckszonen der Körper-Ökonomie als Resonanzen des leiblichen Ablaufs in der Wangenfülle, Halsmodellierung und Färbung, im Ohrläppchen und an den Genussfaktoren des Mundes.

Ohrläppchen werden bei der Dreiteilung der Ohren auf das seelische Bedürfnis nach dem materiellen Sammeln und Besitz bezogen. Neben der physiologischen Entsprechung für Regenerationsfähigkeit, Lymphsystem und Coronargefäße der Körperökonomie am Ohrläppchen.

Die Begehrlichkeit zum Genießen, die sich in den vollen, weichen Lippen des Mundes lesen lässt, bezieht sich nicht nur auf die Nahrung und deren Genuss, sondern auf alles, was der genussorientierte Mensch zu erlangen sucht. Während der feste, schmale Mund eher einschließt, verschließt und damit zur Askese oder zum Geiz kommen kann. Dann wird trotz einer evtl. Bedürfnislosigkeit und Askese, bei entsprechender Sammelanlage das Materielle angehäuft je nach Interesse.
Die Stoffwechselprozesse werden von der Hautqualität der Wangen und mit Wangenfülle begleitet. Man erkennt hier, ob sie ausgewogen und harmonisch ablaufen oder mit Anstrengung, Überlastung und Erschöpfung. Ausdrucksmäßig sind an den Wangenflächen Areale des Darmsystems und der Spezialfunktion zu lesen.

Im Nacken ist der Ernährungs- und Vitalstatus zu ermitteln, Seiten- und Vorderhals lassen den körperchemischen Zustand erkennen. Spurenelemente des Körpers sind ausdrucksmäßig mit Alter- und Jugendkraft zu prüfen und hängen natürlich mit der Körper-Ökonomie, Physiologie, Gesundheit und Krankheit zusammen.


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(Fortsetzung in der Ausgabe 6 von Praktische Psycho-Physiognomik nach Carl Huter)

Nachbestellung Ausgabe 6


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